wege erleben

Renate Dyck

Worte des Monats

 

Rose und Schmetterling

 

 

Wenn das weiße Morgenlächeln

über meinem Kelche hängt,

und der Frühluft leises Fächeln

sich in meinem Haar verfängt,

dass mein grüner Körperstengel

sehnsucht schwer sich überneigt,

kommt ein schöner Falterengel,

der mit mir zum Himmel steigt.

 

 

Meine duftige Gewandung

wandelt er zum Flügelkleid,

Über Tag und Mittagsbrandung

schweben wir durch lose Zeit.

 

 

Und wir schaukeln, und wir strahlen

Unsre Seelen in die Luft,

füllen alle Blütenschalen;

Er mit Farbe, ich mit Duft.

 

Rose Ausländer
Die Erde war ein atlasweißes Feld.
Gedichte 1927-1956. Gedichte 1983-1987.
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1985
 


 


 

 

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